Haltbarkeitsdatum nach LMIV

Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD)

Unterschied zum Verbrauchsdatum, Angabe auf dem Etikett, Haltbarkeit ermitteln und MHD berechnen — kompakt für Hersteller und Handel.

Von Rezeptrechner Team · Veröffentlicht am

Was ist das Mindesthaltbarkeitsdatum?

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) gibt an, bis zu welchem Zeitpunkt ein Lebensmittel bei sachgerechter Lagerung seine spezifischen Eigenschaften behält — Geschmack, Geruch, Farbe, Textur und Nährwert. Es ist eine Qualitätsgarantie des Herstellers, kein Verfallsdatum. Nach Ablauf des MHD ist das Lebensmittel in der Regel noch genießbar, muss aber vom Verbraucher selbst beurteilt werden.

Die LMIV regelt das MHD in Art. 24 und Anhang X. Die Angabe ist auf verpackten Lebensmitteln Pflicht — mit einer wichtigen Unterscheidung: Je nachdem, ob das Produkt normal haltbar oder leicht verderblich ist, kommt ein MHD oder ein Verbrauchsdatum zum Einsatz.

Abgrenzung: Dieser Artikel vertieft den Teilbereich Mindesthaltbarkeitsdatum. Einen Überblick über die gesamte Kennzeichnungspflicht findest du im LMIV-Grundlagen-Artikel.

Lebensmittelkennzeichnung leicht gemacht

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Was ist der Unterschied zwischen MHD und Verbrauchsdatum?

Die LMIV kennt zwei verschiedene Datumskennzeichnungen — welche zum Einsatz kommt, hängt davon ab, wie schnell das Lebensmittel verderben kann:

Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD)

„Mindestens haltbar bis …"

Für normal haltbare Lebensmittel — z.B. Konserven, Trockenprodukte, Gebäck, Schokolade, Öle, Essig, Marmelade. Nach Ablauf des MHD ist das Produkt nicht automatisch verdorben, sondern kann noch genießbar sein.

Der Hersteller garantiert bis zu diesem Datum die Produktqualität bei sachgerechter Lagerung.

Verbrauchsdatum

„Zu verbrauchen bis …"

Für leicht verderbliche Lebensmittel, die nach kurzer Zeit ein gesundheitliches Risiko darstellen können — z.B. Hackfleisch, frischer Fisch, Rohmilchprodukte, vorgeschnittene Salate.

Nach Ablauf des Verbrauchsdatums darf das Produkt nicht mehr verkauft oder abgegeben werden — es muss aus dem Verkehr genommen werden.

Entscheidungskriterium: Ob MHD oder Verbrauchsdatum zum Einsatz kommt, entscheidet der Hersteller auf Basis einer Risikobeurteilung. Lebensmittel, die in mikrobiologischer Hinsicht leicht verderblich sind und nach kurzer Zeit eine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit darstellen können, erhalten ein Verbrauchsdatum. Alle anderen erhalten ein MHD.

Wie wird das MHD auf dem Etikett angegeben?

Die LMIV schreibt vor, dass dem MHD die Worte „Mindestens haltbar bis …" vorangestellt werden, gefolgt vom Datum oder dem Hinweis, wo auf der Verpackung das Datum zu finden ist. Die Genauigkeit der Datumsangabe richtet sich nach der Haltbarkeitsdauer des Produkts (Anhang X LMIV):

Haltbarkeitsdauer Datumsformat Beispiel
Bis 3 Monate Tag und Monat Mindestens haltbar bis 15.07.2026
3 bis 18 Monate Monat und Jahr Mindestens haltbar bis Ende 07/2026
Über 18 Monate Jahr oder Monat und Jahr Mindestens haltbar bis Ende 2027

Beim Verbrauchsdatum wird immer der genaue Tag angegeben: „Zu verbrauchen bis 15.07.2026". Zusätzlich müssen die Aufbewahrungsbedingungen angegeben werden, die eingehalten werden müssen (z.B. „Bei +2 °C bis +7 °C lagern").

Wann entfällt das MHD?

Für bestimmte Lebensmittel ist kein MHD erforderlich — u.a. frisches Obst und Gemüse, Essig, Speisesalz, Zucker in fester Form, Kaugummi, Back- und Konditoreiwaren (die innerhalb von 24 Stunden verzehrt werden) sowie alkoholische Getränke mit einem Alkoholgehalt von 10 % vol. oder mehr (Anhang X Nr. 1 lit. d LMIV).

Wie wird die Haltbarkeit ermittelt?

Die LMIV schreibt kein bestimmtes Verfahren zur Haltbarkeitsfestlegung vor — der Hersteller trägt die Verantwortung, ein angemessenes MHD zu bestimmen. In der Praxis kommen verschiedene Ansätze zum Einsatz:

Erfahrungswerte und Branchenwissen

Für viele Standardprodukte (Marmelade, Gebäck, Gewürzmischungen) gibt es etablierte Erfahrungswerte — oft weitergegeben innerhalb der Branche, von Fachverbänden oder aus der Fachliteratur. Bei bewährten Rezepturen ist das der häufigste Weg.

Lagerversuche (Haltbarkeitstests)

Das Produkt wird unter den deklarierten Lagerbedingungen eingelagert und in regelmäßigen Abständen sensorisch und/oder mikrobiologisch geprüft. Die Haltbarkeitsdauer ergibt sich aus dem Zeitpunkt, ab dem die Produkteigenschaften nicht mehr den Anforderungen entsprechen — mit einem Sicherheitspuffer.

Beschleunigte Lagertests

Bei Produkten mit langer Haltbarkeit (z.B. Konserven) kann die Alterung durch erhöhte Temperaturen beschleunigt simuliert werden. Das Ergebnis wird auf reale Lagerbedingungen umgerechnet — typisch in der Industrie, weniger in der handwerklichen Herstellung.

Orientierung an Rohstoffen und Rezeptur

Die Haltbarkeit des schwächsten Rohstoffs (z.B. Milchprodukt in einer Füllung) gibt die Obergrenze vor. Die Verarbeitung (z.B. Erhitzen, Zucker- oder Salzgehalt, pH-Wert, Wasseraktivität) kann die Haltbarkeit verlängern oder verkürzen.

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Mit dem Rezeptrechner das MHD pro Rezeptur hinterlegen und bei jeder Charge direkt auf das Etikett setzen.

MHD berechnen: vom Produktionsdatum zum Etikett

Ist die Haltbarkeitsdauer einmal festgelegt, muss für jede Charge das konkrete MHD aus dem jeweiligen Produktionsdatum abgeleitet werden. Beispiel: 90 Tage Haltbarkeit, Produktion am 15. April 2026 → MHD ist der 14. Juli 2026.

Für diese einfache Berechnung bieten wir einen kostenlosen MHD-Rechner an:

Kostenlos

MHD-Rechner

Produktionsdatum und Haltbarkeitsdauer (in Tagen, Wochen oder Monaten) eingeben — das MHD wird sofort berechnet und im richtigen Format angezeigt (Tag+Monat, Monat+Jahr oder nur Jahr, abhängig von der Haltbarkeitsdauer). Kein Login nötig, direkt im Browser unter rezeptrechner.de/mhd-rechner.

MHD im Rezeptrechner: Haltbarkeit pro Rezeptur hinterlegen

Der kostenlose MHD-Rechner berechnet das Datum einmalig. Wer regelmäßig Etiketten druckt, braucht einen Workflow, in dem die Haltbarkeit pro Rezeptur fest hinterlegt ist und das MHD automatisch aus dem Produktionsdatum der jeweiligen Charge abgeleitet wird — genau das bietet der Rezeptrechner.

Haltbarkeit pro Rezeptur hinterlegen

Für jede Rezeptur wird die Haltbarkeitsdauer einmalig festgelegt (z.B. 90 Tage, 6 Monate, 2 Jahre). Dieser Wert bleibt in der Rezeptur gespeichert und muss nicht bei jedem Etikett neu eingegeben werden.

MHD pro Charge aktualisieren

Beim Etikett-Export wird das Produktionsdatum der aktuellen Charge eingegeben — der Rezeptrechner berechnet daraus das MHD und setzt es direkt auf das Etikett, im korrekten Format (Tag+Monat, Monat+Jahr oder nur Jahr).

Am PC und unterwegs in der mobilen Version

Der Rezeptrechner ist browserbasiert und funktioniert auf PC, Tablet und Smartphone gleichermaßen. Das MHD kann auch direkt in der Produktionsstätte am Handy aktualisiert und das Etikett vor Ort exportiert werden — ohne extra App-Installation.

Häufige Fragen zum Mindesthaltbarkeitsdatum

Was ist der Unterschied zwischen MHD und Verbrauchsdatum?

Das MHD („Mindestens haltbar bis") ist eine Qualitätsgarantie — nach Ablauf kann das Produkt noch genießbar sein. Das Verbrauchsdatum („Zu verbrauchen bis") gilt für leicht verderbliche Lebensmittel — nach Ablauf darf das Produkt nicht mehr verkauft oder abgegeben werden.

Muss ich immer ein genaues Datum mit Tag angeben?

Nein. Die Genauigkeit richtet sich nach der Haltbarkeitsdauer: Bis 3 Monate → Tag und Monat. 3 bis 18 Monate → Monat und Jahr (mit „Ende"). Über 18 Monate → Jahr genügt (mit „Ende").

Wie lege ich die Haltbarkeitsdauer für mein Produkt fest?

Die LMIV schreibt kein bestimmtes Verfahren vor — der Hersteller trägt die Verantwortung. In der Praxis stützt man sich auf Erfahrungswerte, Lagerversuche oder die Orientierung an der schwächsten Zutat. Bei Unsicherheiten empfiehlt sich ein Lagerversuch mit Sicherheitspuffer.

Darf ich ein Lebensmittel nach Ablauf des MHD noch verkaufen?

Ja — beim MHD darf das Produkt nach Ablauf weiterhin verkauft werden, sofern es noch einwandfrei ist. Der Händler übernimmt dann allerdings die Verantwortung für die Verkehrsfähigkeit. Beim Verbrauchsdatum ist der Verkauf nach Ablauf hingegen verboten.

Welche Lebensmittel brauchen kein MHD?

Frisches Obst und Gemüse (ungeschnitten), Essig, Speisesalz, Zucker in fester Form, Kaugummi, alkoholische Getränke ab 10 % vol. sowie Backwaren, die innerhalb von 24 Stunden nach Herstellung verzehrt werden.

Wie berechne ich das MHD aus dem Produktionsdatum?

Produktionsdatum plus Haltbarkeitsdauer ergibt das MHD. Beispiel: Produktion am 15.04.2026 + 90 Tage = MHD 14.07.2026. Für die schnelle Berechnung bieten wir einen kostenlosen MHD-Rechner an. Wer regelmäßig Etiketten druckt, kann die Haltbarkeit direkt im Rezeptrechner pro Rezeptur hinterlegen.

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